Wer ist der Vater? Studierende analysieren DNA-Proben im Labor

Pipetten, DNA-Proben und gespannte Blicke aufs Agarosegel: Im Labor Digitale Medizin der Technische Hochschule Ingolstadt (THI) haben Studierende der Bio- und Medizininformatik zum ersten Mal einen simulierten Vaterschaftsfall untersucht. Dabei haben sie praxisnahe Einblicke in moderne Verfahren der genetischen Diagnostik erhalten.

Spurensuche im Labor: Studierende der Bio- und Medizininformatik entschlüsseln an der THI mithilfe moderner DNA-Analyse einen simulierten Vaterschaftsfall (Foto: THI).

Schon kurz nach acht Uhr morgens herrscht im Labor Digitale Medizin der THI eine konzentrierte Atmosphäre. Studierende in Laborkitteln arbeiten mit Pipetten, Probenröhrchen und Agarosegelen. Auf den Arbeitstischen liegen DNA-Proben von Mutter, Kind und zwei möglichen Vätern – denn an diesem Morgen steht die Simulation eines genetischen Vaterschaftstests auf dem Programm.

Im Rahmen des Versuchs untersuchen die angehenden Bio- und Medizininformatiker die Erbgutproben mithilfe der Agarose-Gelelektrophorese. Dabei werden DNA-Fragmente sichtbar gemacht und miteinander verglichen. Anhand der charakteristischen Muster lässt sich schließlich bestimmen, welcher der beiden Männer der biologische Vater des Kindes ist.

Dass rund zwanzig Studierende freiwillig bereits um 8.15 Uhr zu einer zusätzlichen Laboreinheit erscheinen, zeigt das große Interesse an praxisnaher Lehre. Entwickelt und betreut wurde der Versuch von Professor Matthias Eckert. Die Teilnehmenden erhalten dadurch die Möglichkeit, molekularbiologische Methoden selbst anzuwenden und theoretisches Wissen unmittelbar praktisch umzusetzen.

„Unsere Studierenden der Bio- und Medizininformatik bereiten sich auf verantwortungsvolle Aufgaben in Medizin und Gesundheitswesen vor. Dafür benötigen sie neben theoretischem Wissen vor allem praktische Erfahrung“, erklärt Professor Ludwig Maximilian Lausser, Leiter des Labors für Digitale Medizin. „Solche Lehrformate zeigen anschaulich, wie eng Informatik, Biologie und medizinische Diagnostik heute zusammenarbeiten.“

Am Ende kommen alle Teams zum selben Ergebnis: Der simulierte Fall ist gelöst. Für die Studierenden bleibt vor allem die Erfahrung, moderne Analyseverfahren eigenständig angewendet und einen realitätsnahen Einblick in aktuelle Methoden der genetischen Diagnostik gewonnen zu haben.