Oberbayern 2047: IHK erkundet Zukunftsszenarien mithilfe des Bayerischen Foresight-Instituts

Wie könnte sich Oberbayern in den kommenden Jahrzehnten entwickeln? Mit dieser Frage beschäftigten sich rund 25 Mitglieder des IHK-Fachausschusses „Industrie und Innovation“ bei einem Workshop in München. Grundlage war das Scenario Game, ein interaktives Workshop-Format des Bayerischen Foresight-Instituts an der Technischen Hochschule Ingolstadt (THI), das gemeinsam mit dem Beschaffungsamt der Schweizer Armee ArmaSuisse entwickelt wurde.

Ideen sammeln für die Zukunft: Beim Scenario Game diskutierten die Teilnehmenden mit Post-its mögliche Entwicklungen für Oberbayern bis zum Jahr 2047 (Foto: © Goran Gajanin – DAS KRAFTWERK).

Den Auftakt bildete ein Impulsvortrag von Professor Jan Oliver Schwarz, der die Bedeutung strategischer Zukunftsvorausschau für Unternehmen und Regionen einordnete. „Die Zukunft lässt sich nicht vorhersagen, aber mögliche Entwicklungen lassen sich systematisch durchdenken“, erklärte Schwarz. „Mit dem Scenario Game schaffen wir ein Format, in dem Unternehmen unterschiedliche Zukunftsbilder gemeinsam entwickeln und ihre strategischen Annahmen überprüfen können.“

Im Mittelpunkt des Workshops stand die Frage, wie Wirtschaft und Gesellschaft in Oberbayern im Jahr 2047 aussehen könnten. Auf Basis aktueller Technologie- und Megatrends entwickelten die Teilnehmenden in Gruppen verschiedene Szenarien. Bei der Durchführung des Workshops unterstützte Dr. Gerhard Schönhofer. Er ist zudem Ansprechpartner für den am Bayerischen Foresight-Institut entwickelten Zukunftsnavigator, der unter zukunftsnavigator.info kostenfrei Foresight-Tools für KMU zur Verfügung stellt, unter anderem auch das erwähnte Scenario Game. Entstanden ist der Zukunftsnavigator im Rahmen des Wissenstransferprojektes „Mensch in Bewegung“, gefördert durch das Bundesministerium für Forschung, Technik und Raumfahrt und dessen Förderlinie „Innovative Hochschule“.

Die im Workshop entwickelten Zukunftsbilder reichten von stabiler Weiterentwicklung bis zu tiefgreifenden technologischen und wirtschaftlichen Veränderungen. Gemeinsam war ihnen jedoch ein zentraler Gedanke: In allen Szenarien stand der Mensch im Mittelpunkt künftiger Wertschöpfung. Zudem diskutierten die Teilnehmenden neue Geschäftsmodelle und Herausforderungen wie den demografischen Wandel.

Trotz unterschiedlicher Perspektiven waren sich die Teilnehmenden einig, dass Oberbayern aufgrund seiner Innovationskraft, seiner Unternehmen und anhaltender Zuwanderung gute Voraussetzungen hat, kommende Transformationsprozesse erfolgreich zu gestalten.

Das Interesse am Workshop-Format war entsprechend groß. Mehrere Teilnehmende signalisierten Interesse daran, das Scenario Game künftig auch in eigenen Unternehmenskontexten einzusetzen. Für das Bayerische Foresight-Institut zeigt das den wachsenden Bedarf an praxisnahen Methoden der strategischen Zukunftsarbeit.