Künstliche Intelligenz (KI) soll Fahrzeuginsassen passgenauer schützen

Die Technische Hochschule Ingolstadt (THI) entwickelt mit dem Forschungsprojekt AI-SAFe adaptive Rückhaltesysteme für das automatisierte Fahren. Erstmals werden Insassenerkennung, Unfallprognose und Verletzungsvorhersage mithilfe Künstlicher Intelligenz zu einem adaptiven Sicherheitssystem verknüpft. Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume übergab dafür einen Förderbescheid über eine Million Euro.

Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume (5. v. r.) überreichte den Förderbescheid im Beisein von Professor Arndt Bode (3. v. l.), Präsident der Bayerischen Transformations- und Forschungsstiftung, Professor Walter Schober (Mitte), Präsident der THI, und Professor Thomas Brandmeier (5. v. l.), wissenschaftlicher Leiter des Projekts AI-SAFe, sowie weiterer Vertreter der Projektpartner (Foto: THI).

Wie lassen sich Fahrzeuginsassen im automatisierten Fahren künftig noch besser schützen? Dieser Frage widmet sich das Forschungsprojekt AI-SAFe – Adaptive Insassen-Sicherheit für Automatisiertes Fahren der THI. Der Freistaat Bayern unterstützt das Vorhaben mit einer Förderung von einer Million Euro. Den Förderbescheid überreichte Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume im Beisein von Professor Arndt Bode, Präsident der Bayerischen Transformations- und Forschungsstiftung.

„Eine Million Euro für die sichere Mobilität der Zukunft: Über die Bayerische Transformations- und Forschungsstiftung fördern wir das Projekt AI-SAFe an der Technischen Hochschule Ingolstadt. Der Projektname ist Programm: KI macht das Auto der Zukunft nicht nur smarter, sondern auch sicherer. Mit AI-SAFe entwickeln die TH Ingolstadt und ihre Partner an der Schnittstelle der Disziplinen intelligente Insassenschutzsysteme – die digitalen Schutzengel von morgen. Klar ist: Die Mobilität der Zukunft entscheidet sich nicht nur an Tempo und Technologie – sondern daran, wie gut sie den Menschen schützt“, so Markus Blume.

AI-SAFe verfolgt einen neuartigen Forschungsansatz: Erstmals werden Insassenmerkmale, Unfallprognose und Verletzungsvorhersage in einem intelligenten Gesamtsystem zusammengeführt. Auf Grundlage Künstlicher Intelligenz, moderner Sensorik und biomechanischer Modelle sollen Airbags und Rückhaltesysteme künftig auf unterschiedliche Personen und Unfallszenarien abgestimmt werden. Ziel ist es, das Verletzungsrisiko zu senken und die Sicherheit automatisierter Fahrzeuge weiter zu erhöhen.

„AI-SAFe steht beispielhaft für die Forschung an der THI: interdisziplinär, anwendungsorientiert und mit einem klaren gesellschaftlichen Mehrwert. Gemeinsam mit unseren Partnern entwickeln wir am CARISSMA Technologien, die das automatisierte Fahren sicherer machen und den Menschen konsequent in den Mittelpunkt stellen. Die Förderung bestätigt die hohe wissenschaftliche Qualität unseres Forschungsstandorts und stärkt den Innovationsstandort Bayern“, betont THI-Präsident Professor Walter Schober.

Das Projekt wird am Forschungszentrum CARISSMA unter der wissenschaftlichen Leitung von Professor Thomas Brandmeier umgesetzt. Gemeinsam mit Audi, Autoliv, AUMOVIO, ANavS, der Ludwig-Maximilians-Universität München und dem Klinikum Ingolstadt bündeln die Projektpartner Kompetenzen aus Fahrzeugtechnik, Künstlicher Intelligenz, Sensorik, Biomechanik und Medizin. Damit leistet AI-SAFe einen Beitrag zur Vision Zero – einer Zukunft ohne Verkehrstote und Schwerverletzte. Welchen Forschungsansatz AI-SAFe verfolgt, erläutert Professor Thomas Brandmeier: „Bei uns stehen die Sicherheit und Verletzlichkeit des Menschen im Vordergrund. Wenn wir Insassenmerkmale, Unfallverlauf und Verletzungsmechanismen gemeinsam betrachten, können wir Schutzsysteme angepasst an den Menschen und die Unfallsituation auslösen.“

„Das Forschungsvorhaben ‚Adaptive Insassen-Sicherheit für Automatisiertes Fahren‘ adressiert ein gesellschaftlich hochrelevantes und technologisch hochspannendes Thema. Gutachter und Gremien der Bayerischen Transformations- und Forschungsstiftung waren sich in der Bewertung des Antrags einig und haben für das Projekt rund eine Million Euro bewilligt. Die Förderung soll das von der Technischen Hochschule Ingolstadt angeführte Konsortium aus Wissenschafts- und Wirtschaftspartnern in die Lage versetzen, in interdisziplinärer Zusammenarbeit zwischen Technik und Medizin grundlegende Forschungs- und Entwicklungsarbeiten durchzuführen und perspektivisch auch die Umsetzung der Ergebnisse in neue Produkte, neue Verfahren und neue Technologien ermöglichen oder beschleunigen“, sagt Professor Arndt Bode, Präsident der Bayerischen Transformations- und Forschungsstiftung.

Die Bayerische Transformations- und Forschungsstiftung fördert seit 1990 gemeinsame Forschungsprojekte von Wissenschaft und Wirtschaft. Bislang hat sie mehr als 1.100 Vorhaben mit rund 673 Millionen Euro unterstützt.