Vielfalt erlebbar machen: Diversity Day an der Technischen Hochschule Ingolstadt (THI)

Volles Haus, intensiver Austausch und zahlreiche Mitmachaktionen: Der Diversity Day 2026 an der THI zeigte, wie vielfältig Inklusion gedacht und gelebt werden kann. Gemeinsam mit der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt und der Stadt Ingolstadt lud die THI dazu ein, neue Perspektiven kennenzulernen, Barrieren sichtbar zu machen und miteinander ins Gespräch zu kommen.

Die „Zuhör.Bank“ schafft Raum für Begegnung, Aufmerksamkeit und Gespräche auf Augenhöhe (Foto: THI).

Perspektivwechsel zum Ausprobieren: Der Rollstuhl-Parcours machte Hindernisse im Alltag unmittelbar erfahrbar (Foto: THI).

Gedränge in der Aula: Mehr als 40 Vereine, Initiativen und Beratungsstellen machten den Diversity Day an der THI zu einem Publikumserfolg (Foto: THI).

Mitten im Trubel des Diversity Day steht an diesem Tag auch eine Bank. Keine besondere Bank eigentlich – und doch eine, die für viele Menschen einen Unterschied macht. Die „Zuhör.Bank“ ist normalerweise vor dem Stadttheater Ingolstadt zu finden. Jeden Mittwoch sitzen dort von 15 bis 17 Uhr Menschen, die einfach zuhören – ohne zu bewerten, ohne Ratschläge zu geben, ohne vorschnelle Lösungen.

Gudrun Beck aus Adelschlag gehört seit Herbst vergangenen Jahres zu diesem Team. Die pensionierte Gymnasiallehrerin weiß aus eigener Erfahrung, wie wohltuend es sein kann, in schwierigen Zeiten ein Gegenüber zu haben, das aufmerksam zuhört. „Allein das Gefühl, dass jemand da ist, macht einen Unterschied“, beschreibt sie die Idee hinter dem Projekt. Symbol der Initiative ist ein Fisch: still, aber niemals allein unterwegs. Denn auch Zuhören verbindet Menschen miteinander.

Nur wenige Meter weiter wird es praktischer. Seile, Rampen und Matten fordern Konzentration, Geschick und Geduld. Beim Rollstuhl-Parcours erleben Besucherinnen und Besucher unmittelbar, mit welchen Hürden Rollstuhlfahrer im Alltag konfrontiert sein können. Manche Hindernisse lassen sich allein kaum bewältigen. Genau dafür wolle man sensibilisieren, erklärt Annette Voß, Bereichsleiterin der Offenen Hilfen – Ambulante Hilfe der EJF Hollerhaus gGmbH: für Barrieren, die vielen Menschen täglich begegnen, oft unbemerkt von anderen.

Auch am Stand des Gehörlosenvereins Ingolstadt und Umgebung mit Sportabteilung e.V. entstehen schnell Gespräche. Besucherinnen und Besucher probieren Gebärden aus, lernen das Fingeralphabet kennen und gewinnen Einblicke in die Welt gehörloser Menschen. Spielerisch wird deutlich, wie vielfältig Kommunikation sein kann und wie schnell aus Unsicherheit Neugier entsteht.

Der Diversity Day an der THI machte Inklusion auf vielfältige Weise erfahrbar. Zahlreiche Vereine, Beratungsstellen und Initiativen aus der Region stellten ihre Arbeit vor und luden zum Mitmachen, Ausprobieren und Austausch ein. Themen wie psychische Gesundheit, Neurodiversität, chronische Erkrankungen, barrierefreie Mobilität und gesellschaftliche Teilhabe standen dabei im Mittelpunkt.

Vertieft wurden die Themen am Nachmittag in Vorträgen und Workshops. Dabei ging es unter anderem um inklusives Studieren an Hochschulen und psychische Krisen. Peer Walks, Spaziergänge und Qi-Gong-Angebote schufen zusätzlich Raum für Begegnung und Gespräche. Den Abschluss bildete ein gemeinsamer Kinoabend mit der französischen Komödie „Was ist schon normal?“.

Zur Eröffnung des Diversity Day begrüßten THI-Präsident Professor Walter Schober, Stadträtin Dorothea Deneke-Stoll sowie KU-Vizepräsident Klaus Stüwe die Gäste. „Vielfalt bereichert unsere Hochschule und unsere Gesellschaft. Deshalb setzen wir uns als THI dafür ein, Teilhabe für alle Menschen selbstverständlich möglich zu machen“, betonte Schober.

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